
Prof. Dr. Jürgen Wagenmann vom Institut für KMU und Handwerk an der Allensbach Hochschule Konstanz besucht den fertiggestellten Kreativraum an der BBT Tuttlingen und würdigt das Konzept als „Innovation Lab für das Handwerk“.
Das Handwerk bedeutet: anpacken, Lösungen finden und flexibel auf neue Herausforderungen reagieren. Moderne Arbeitswelten bauen genau auf diesen Fähigkeiten auf und erweitern sie: Herausforderungen systematisch betrachten, gemeinsam Lösungen entwickeln, gewerkeübergreifend zusammenarbeiten, Ideen testen und Ergebnisse verständlich präsentieren.
Genau hier setzt das Projekt „DTM-Handwerk“ an: Mithilfe der Design-Thinking-Methode wird erprobt, wie diese Zukunftskompetenzen in die überbetriebliche Ausbildung unterschiedlicher handwerklicher Berufe integriert werden können. Ziel ist es, Auszubildende nicht nur fachlich zu stärken, sondern ihnen Methoden an die Hand zu geben, mit denen sie Herausforderungen aus der Praxis strukturiert und kreativ lösen können.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Kreativraum „MACHBAR“ an der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen. Der Raum macht die einzelnen Schritte des Design Thinking praktisch erlebbar: In den Bereichen DENK! – MACH! – ZEIG! werden Herausforderungen analysiert, Ideen entwickelt, Lösungsansätze umgesetzt und Ergebnisse präsentiert.
Ausgestattet mit modernen Werkzeugen und Technologien verbindet der Kreativraum klassische Werkstattarbeit mit neuen Methoden zur Ideenentwicklung. Auszubildende erhalten hier die Möglichkeit, gewerkeübergreifend zu arbeiten, Prototypen zu erstellen und Lösungen für praxisnahe Aufgabenstellungen zu entwickeln.
Prof. Dr. Jürgen Wagenmann von der Allensbach Hochschule Konstanz berät das Projekt wissenschaftlich. Er besuchte den nun vollständig eingerichteten Kreativraum und machte sich gemeinsam mit Roland Aicheler, Geschäftsführer der BBT Tuttlingen, ein Bild davon, wie sich die Design-Thinking-Methode künftig in die überbetriebliche Ausbildung integrieren lässt.
Das Raum- und Ausstattungskonzept des Kreativraums „MACHBAR“ wurde perfekt im Sinne der Design-Thinking-Methode umgesetzt, wobei auch die spezifischen Bedürfnisse des Handwerks berücksichtigt werden. Es ist ein Ort, der die idealen Voraussetzungen und die Atmosphäre für Innovationen, Kreativität und Problemlösungen bietet – eben ein echtes Innovation Lab für das Handwerk.
zeigte sich Prof. Dr. Wagenmann überzeugt.
Auch Roland Aicheler sieht im Kreativraum einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der überbetrieblichen Ausbildung:
Handwerk war schon immer geprägt von Menschen, die Ideen entwickeln und Lösungen schaffen. Mit „MACHBAR“ schaffen wir einen Raum, in dem Auszubildende ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen dürfen, diskutieren und gemeinsam neue Lösungswege entwickeln können. Genau diese Fähigkeiten werden in Zukunft immer wichtiger.
Roland Aicheler
Das Projekt DTM-Handwerk wird gemeinsam von der Handwerkskammer Konstanz, der Handwerkskammer Aachen und der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen umgesetzt.
Für das gemeinsame Pilotprojekt stehen rund 1,3 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Über einen Zeitraum von drei Jahren wird untersucht, wie sich die Design-Thinking-Methode nachhaltig in die überbetriebliche Ausbildung integrieren lässt.
Hinweis:
Das Projekt „DTM-Handwerk“ wird gefördert im Rahmen der „Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA)“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). INex-ÜBA wird durchgeführt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
